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ALBERT EINSTEIN nannte ihn einen „Apostel der Justiz", nationalszialistische Studenten einen „Besudler deutscher Ehre". Heute ist EMIL JULIUS GUMBEL vor allem als derjenige bekannt, der minutiös die Taten der völkisch-nationalistischen Freikorps und Geheimbünde recherchierte. Der aus einem gutbürgerlichen jüdischen Hause stammende Münchener hat ein umfangreiches wissenschaftliches und politisches Oeuvre hinterlassen, das über Antimilitarismus und Justizkritik hinaus zu zahlreichen aktuellen Kontroversen Stellung bezog. In der Weimarer Republik gehörte GUMBEL zu den führenden Köpfen in pazifistischen und Bürgerrechtsorganisationen. Er setzte sich in der militarisierten Kultur zwischen den Kriegen für die Zivilisierung der Ge-sellschaft ein. Er kämpfte für Abrüstung, deutsch-französische und deutsch-polnische Aussöhnung, für Rechtsstaatlichkeit, Toleranz und Demokratisierung. Seit 1923 Privatdozent an der Heidelberger Universität verlor er 1932 als erster im Rahmen der Selbstgleichschaltung der deutschen Universitäten seine Lehrberechtigung. GUMBEL emigrierte nach Frankreich, wo er in Paris und Lyon lehrte und sich weiterhin politisch engagierte. Nachdem er in einer abenteuerlichen Flucht ein zweites Mal den Nazis - nun in die USA - entkommen war, machte er sich einen Namen als Spezialist für die statistische Vorhersage von Naturereignissen - etwa zur Berechnung von Deich- und Stauwehrhöhen. In den frühen sechziger Jahren registrierte er bei Gastvorlesungen mit Enttäuschung, daß er in der Bundesrepublik nur mehr als amerikanischer Statistiker gefragt, als deutscher Antifaschist und Pazifist hingegen vollkommen vergessen war. Der Historiker CHRISTIAN JANSEN legt nun zu Gumbels hundertstem Geburtstag am 18. Juli 1991 einen ausführlichen biographischen Essay vor, ergänzt um eine Sammlung von kürzeren autobiographischen, politischen, theoretischen Texten und Reiseeindrücken aus allen Lebensphasen Gumbels. Im Anhang des Buches findet sich die erste Bibliografie des sehr umfangreichen und z.T. an entlegenen Orten publizierten Werks von Emil Julius Gumbel. CHRISTIAN JANSEN wurde 1956 in Hamburg geboren. Studium der Geschichte und Mathematik in Heidelberg. 1981 Examensarbeit: Der „Fall Gumbel" und die Universität Heidelberg 1924 - 1932. 1989 Promotion über Denken und Handeln Heidelberger Hochschullehrer 1914 - 1935. Seit 1989 wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Hans Mommsen an der Ruhruniversität Bochum.
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Status dostępności:
Biblioteka Austriacka
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