337419
Book
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(Fischer ; 4414)
Wolfgang Schivelbusch analysiert in seinem Buch am Beispiel der Eisenbahn im 19. Jahrhundert die Auswirkungen einer technischen Innovation auf das Bewußtsein der mit ihr konfrontierten Menschen. Der Autor arbeitet heraus, wie Schienenreisen das "überlieferte Raum-Zeit-Kontinuum" im Erleben der Zeitgenossen "vernichtet" haben (S. 37). Er verdeutlicht, wie die Eisenbahn "eine neue Landschaft" inszeniert habe (S. 58). Sie habe gleichsam den "Reisenden vom Raum, dessen Teil er bis dahin gewesen war" (S. 61), getrennt. Auf beeindruckende Weise schildert Schivelbusch den Wandel der Verhaltens- und Wahrnehmungsformen, welcher durch diese dramatischen Veränderungen bei den Eisenbahnreisenden ausgelöst wurde. Das die Bahnfahrgäste zunächst noch peinigende Angstgefühl habe sich mit der Zeit hin zu einem "panoramatischen Sehen" verändert (vgl. S. 59ff. u. 170f.). Schivelbusch führen seine Erkenntnisse schließlich zu zivilisationstheoretischen Überlegungen. Er kommt zu der Überzeugung, "dass "die technischen Reize mindestens ebenso viel Aufmerksamkeit verdienen als Agenten bei der Zivilisation des Seelenlebens wie die von Elias so glänzend dargestellten kulturellen 'Reize' der Umgangsformen" (S. 150). Das klingt alles sehr komplex und schwer verständlich. Dem ist aber nicht so. Einmal verfügt der Verfasser über einen ausgezeichneten Schreibstil. Zweitens erleichtern Zwischenzusammenfassungen das Nachverfolgen seiner Argumentation...
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Availability:
Biblioteka Austriacka
There are copies available to loan: sygn. 27967 mg (1 egz.)
Notes:
Bibliography, etc. note
Bibliografia strony 240-252.
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