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Das Kino der NS-Zeit ist unverändert ein Hauptforschungsbereich in Deutschland und anderswo. Die nach Epochen gegliederte Bibliographie der Geschichte des deu.tschen Films bei Metzler zum Beispiel weist für die NS-Zeit mehr Titel nach als für jede andere Epoche des deutschen Films. Ein neues Buch über den Film des Dritten Reichs liegt auf dem Tisch. Wolf Donner hat es verfaßt, einer der sachverständigsten, fairsten und in Sachen Filmpolitik engagiertesten deutschen Filmkritiker. Wie seine Frau Jeanine Meerapfel im Vorwort schreibt, konnte Donner das Manuskript (Tonband-Diktate) vor seinem Tode nicht mehr sprachlich überarbeiten und redigieren. Das ist schade. Denn mit diesem Buch erweisen seine Witwe und Nachwortschreiber Kilb dem toten Donner wirklich keinen guten Dienst. Zuerst einmal fällt dem Leser des Büchleins neben der sprachlich saloppen Schreibe eine geradezu unglaubliche Zahl an Fehlern auf. Neben zahllosen schlichten orthographischen Fehlern bei Eigennamen gibt es dann unfreiwillige Perlen wie Otto Wohlbrück statt vermutlich Otto Wallburg, Felix Berggrat statt vermutlich Felix Bressart, Albert Wassermann statt Bassermann, Robert Worne statt vermutlich Robert Wiene oder Horst Kasper statt Horst Caspar. Geza von Bolvary bekommt einen falschen Vornamen, Ucicky wird geadelt. Man muß Unsinn lesen wie die Behauptung, die "Vossische Zeitung" (nicht "Voßische Zeitung") sei ein wichtiges Blatt der frühen Kampfzeit der Nazis gewesen. "Der Angriff" habe Posters (also Plakate?) lind Comics (gemeint sind wohl Karikaturen) enthalten. Das deutsche Radio habe über 3000 Auslandskorrespondenten verfügt, die dann im Krieg doppelte Rationen von Mangelwaren bekommen hätten (im Ausland?). Nicht etwa erst im Krieg gab es 42 Gaue, sondern diese Parteiterritorialgliederung gab es schon vor 1933. Die "Berichte aus dem Reich" hießen "Meldungen aus dem Reich". Einen Dokumentarfilm Gestern und heute (1938) von Hans Steinhoff vermag ich nicht zu finden. Ein Film General Stift und seine Bande (1937) ist weder als Spielfilm üblicher Länge noch als Kurzfilm aufzufinden. Damit sei die grausame Auflistung ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit beendet.
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Biblioteka Austriacka
All copies are currently on loan: sygn. 791 (1 egz.)
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