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(Beiträge zur neueren Literaturgeschichte ; Band 391)
Generationserzählungen stellen die Geschichte im Fokus von Familiengeschichten dar, entwerfen Gegenwartsanalysen und Zukunftsvisionen. Um die Irritationen und Leerstellen im gegenwärtigen kulturellen Verhältnis zwischen den Generationen narrativ zu erfassen, kommt die Vergangenheit als fragiles Gebilde – einschließlich des Verschwiegenen und Vergessenen – zur Sprache. Die vorliegende Studie erkundet die Reflexion auf diese fragile Zeitform und ihre innovativen Erzählformate: Nach einem historischen Einblick in die Gattungstradition rücken die inkommensurablen Aspekte des Vergangenen im Modus der Nachträglichkeit, des Traumas, der Asynchronisierung und der Ausnahmezeit der Feier in den Blick. Damit eröffnen neuere Generationserzählungen die Möglichkeit zur Erkundung einer ‚anderen‘, dem Eindruck der Beschleunigung und fortlaufenden Wandlung gegenüber beharrlichen Gegenwart und ihrer literarischen Repräsentationen.
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Neologismen / Sandra Innerwinkler. - 1. Auflage - Heidelberg : Universitätsverlag Winter, 2015. - 72 strony ; 21 cm.
(Literaturhinweise zur Linguistik ; Band 1)
Zur lebendigen Sprachverwendung gehört, dass neue Dinge, Technologien oder Ereignisse benannt werden und Altes eine neue, passendere, vielleicht auch modischere Bezeichnung erhält. Solche Neuzugänge – Neologismen – sind und waren schon immer zentrale Objekte der linguistischen Forschung. Dieser Band der Reihe ‚Literaturhinweise zur Linguistik‘ bietet eine konzise Einführung in das Thema Neologismen und eine strukturierte Auswahlbibliographie mit relevanter aktueller Fachliteratur. Der Schwerpunkt liegt auf den Entstehungsmöglichkeiten und Funktionen von Neologismen.
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(Literaturhinweise zur Linguistik ; Band 9)
Sprachgebrauch im Nationalsozialismus ist seit der frühen Nachkriegszeit ein zentraler Gegenstand der Sprachbetrachtung. Er stand zunächst im Zeichen sprachkritischer Bewertung, um sich dann hinsichtlich Lexik, Textanalyse und Stilistik als eine Forschungsperspektive der Linguistik zu etablieren. Neuere Zugänge, Fragestellungen und Methoden kamen mit Digitalisierung und Korpustechnologie hinzu. Außerdem haben interdisziplinäre kulturanalytische Fragestellungen die Vielfalt linguistischer Ansätze vergrößert. Sprachgebrauch im Nationalsozialismus ist heute ein interdisziplinär-kulturanalytisch und im Hinblick auf neue Fragestellungen vielfältig erschlossener Gegenstand. Die vorliegende Bibliografie, die sich insbesondere an Studierende richtet, dokumentiert diese Entwicklung.
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Wortart / Martin Neef - Heidelberg : Universitätsverlag Winter, 2023. - 100 stron ; 21 cm.
(Kurze Einführungen in die germanistische Linguistik ; Band 30)
Wie viele Wortarten besitzt die deutsche Sprache? Die Schulgrammatik, deren Tradition bis in die Antike zurückverfolgt werden kann, kennt darauf die klare Antwort: 10. Allerdings ist dieses Modell inkonsistent hinsichtlich der Frage, Einheiten welcher Art klassifiziert werden und mit welchen Mitteln dies geschieht. Wissenschaftliche Behandlungen des Gegenstands kommen zu sehr unterschiedlichen Antworten auf dieselbe Frage und schlagen z.B. vor, dass für die deutsche Sprache fünf Arten lexikalischer Wörter anzunehmen sind oder 51 Arten syntaktischer Wörter. Der vorliegende Band stellt einen Weg durch die Vielfalt möglicher Herangehensweisen an das Konzept von Wortarten vor, indem für die deutsche Sprache mit konsistenten Definitionen auf der Basis ihrer Flexionseigenschaften fünf Arten lexikalischer Wörter angesetzt und besprochen werden (Nomen, Adjektiv, Determinans, Verb, Unflektierbar). Eingebettet in die Darstellung ist der Entwurf eines Modells syntaktischer Wörter, aus dem sich ergibt, dass für die deutsche Grammatik zwölf solcher Arten anzusetzen sind.
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(Beiträge zur Literaturtheorie und Wissenspoetik ; Band 11)
Fremdheit ist „eine Wunde, die nicht völlig vernarbt“ (Bernhard Waldenfels). Dieser Gedanke verdient es, als produktive Metapher weitergeführt zu werden. „Radikale Fremdheit“ (Waldenfels), die extremere Variante von Andersheit, lässt sich weder philosophisch entschärfen noch literarisch durch Interkulturalität erträglich machen und auch nicht durch geschickte Zwischenlösungen domestizieren. Man fühlt sich radikal fremd, man begibt sich selbständig in radikale Fremdheit oder man wird in sie geradezu gedrängt. Deshalb wäre es an der Zeit, radikale Fremdheit als Existenzform ernst zu nehmen, und zwar als eine solche, die nicht mit Andersheit zu verwechseln ist, da sie voraussetzt, dass das Subjekt in Permanenz außer sich selbst ist und weder dem Zwang zur Versöhnung noch Feindseligkeiten nachgeben will, da er auch Anfeindung als Maßnahme des Selbstschutzes billigt. Radikale Fremdheit ist einfach da, nicht viel anders als der Selbsterhaltungstrieb oder das Glücksstreben: Sie ist ein Mehrwert der unhintergehbaren Individualität, eine Antagonistin des postmodernen Selbst, eine Chiffre der Kontingenzepoche. Am Beispiel von Romanen Thomas Bernhards, Jean Amérys, Josef Zoderers, Friedrich Dürrenmatts, Gerhard Roths, Christian Krachts und Rainald Goetz’ setzt der Autor die Überlegungen seines Buches ‚Kompensation und Kontingenz in deutschsprachiger Literatur‘ (2016) fort.
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(Beiträge zur neueren Literaturgeschichte ; Band 274)
Die Arbeit stellt die wenig beachtete Zeitschrift ‚Neue Deutsche Beiträge’ von Hugo von Hofmannsthal ins Zentrum der Untersuchung. Der verlorene 1. Weltkrieg und der Untergang des Habsburgerreichs stürzten Hofmannsthal in tiefste Verzweiflung. Er reagierte darauf mit einer Zeitschrift, von der er hoffte, sie könne dazu beitragen, ein geistiges Europa wiederaufzubauen. Anhand einer Auswahl von Texten aus allen sechs Heften wird dargestellt, was Hofmannsthal wichtig war für sein Europa. Neben Zeitgenossen nahm Hofmannsthal auch ältere Werke der deutschen Literatur in seine Hefte auf und betonte durch Texte aus anderen Kulturen, wie weit sein Europabegriff gefasst war. Die Zeitschrift wandte sich an einen auserwählten Kreis gebildeter Europäer und entwickelte sich zum finanziellen Reinfall. Sie ist daher zu Unrecht ins Vergessen geraten.
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(Neues Forum für allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft ; Band 43)
Zugleich: Heidelberg, Univ., Diss., 2009
Als faustische Streber sind Franz Kafkas vermeintliche Helden in Verruf geraten. Hinter der offen zur Schau getragenen Wettkampf-Obsession seiner literarischen Figuren verbirgt sich jedoch etwas, das in der Forschung bislang fast unbeachtet geblieben ist: ein zermarternder Widerwille gegen den Wettkampf, der sich bis in die letzte Wortfaser der kafkaschen Texturen durchsetzt. In Kafkas Texten bleibt von der kulturfördernden Seite des Agon, die seit der griechischen Antike das abendländische Selbstverständnis prägt, nichts mehr übrig. Zu einem anthropologischen Zwang stilisiert, verstrickt der Agon die kafkaschen Subjekte in ein qualvolles Dilemma. Auch Robert Walser und Samuel Beckett stigmatisieren den Agon als Kulturdefekt. Die vorliegende Studie führt deshalb in ungewöhnlicher Konstellation drei repräsentative Autoren des 20. Jahrhunderts zusammen, die auf unterschiedlichste Weise das Ideal des agonalen Individuums unterminieren.
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