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Książka
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Vor den Abendnachrichten / Peter Kurzeck. - Heidelberg : Verlag Das Wunderhorn, 1996. - 60, [1] s. ; 23 cm.
(Edition Künstlerhaus)
Unter den deutschsprachigen Schriftstellern war Peter Kurzeck eine singuläre Figur - dazu trugen auch seine Hörbücher bei: Der Autor las sie selbst, zum Teil ohne Manuskript. Das Hauptwerk Peter Kurzecks, der autobiografische Romanzyklus "Das alte Jahrhundert", war auf zwölf Bände angelegt. Zuletzt erschien 2011 der fünfte Band, "Vorabend". Der Autor starb 2013.
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Biblioteka Austriacka
Są egzemplarze dostępne do wypożyczenia: sygn. 23984 mg (1 egz.)
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W koszyku
Die Hypnose in den westlichen Ländern besagt, wir bräuchten unseren Frieden, "die Ruhe der Zivilisierten", und diese werde von den Migranten gestört, sie seien Eindringlinge wie einst die Barbaren im antiken Griechenland. Chamoiseau sieht jedoch die Barbarei im Inneren der westlichen Gesellschaften, die dem neoliberalen kapitalistischen System hörig sind. Unter der Herrschaft des Maximalprofits verlieren alle, bis auf einige wenige. Dabei wurde der Reichtum des Westens von allen erbracht, nicht zuletzt von den Menschen in den Kolonien, aber auch über Generationen von den Arbeitnehmern. Dieser Reichtum steht daher allen zu. Die Migranten zeigen auf, dass den großen Gewinnern diese Welt nicht gehört. Chamoiseau beschreibt die vitale Kraft der Migranten, ihre Vision zu leben – "etwas Besseres als den Tod findest du überall", wie es im Märchen heißt. Chamoiseaus Essay endet mit einer "Erklärung der Dichter", die zum Widerstand gegen Intoleranz, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Gleichgültigkeit gegenüber Anderen aufruft.
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W koszyku
Forma i typ
In ihrem neuen Buch schreibt Aya Cissoko an ihrer Familiengeschichte und den Lebensbedingungen, unter denen Schwarze Jugendliche in Frankreich aufwachsen, weiter. Es ist ein Brief an ihre Tochter, deren Existenz sie veranlasst, erneut ihre Stimme zu erheben, um über Diskriminierung, Rassismus, die Vorurteile und Urteile zu schreiben, denen Schwarze Menschen tagtäglich in Frankreich ausgesetzt sind. Nicht ausgelassen wird dabei die damit verbundene, tief sitzende Schande, die diskriminierte Menschen oft gegenüber ihren eigenen Familien und Verwandten empfinden. Aya Cissoko analysiert die sozialen Hierarchien, zeigt auf, wie sich Rassismus und Klassen-Verachtung mit einer absurd verworrenen und immer weiter existierenden Logik vermischen. Sie geht der Frage nach, ob sich die Umstände für die Ihren heute geändert haben, wenn sie sie mit denen ihrer Eltern, die als Analphabeten und Arbeitsemigranten in den 1970er Jahren aus Mali nach Paris kamen, und ihrer eigenen Kindheit Ende der 1980er Jahre in einem Pariser Ghetto vergleicht. Das Buch ist familiäre Spurensuche, die zu einer zweifachen Geschichte von Gewalt und Schmerz geführt hat: Cissokos Vorfahren waren Krieger aus dem Stamm der Bambara, die gegen die Kolonisierung gekämpft haben; der Vater ihres Kindes stammt aus einer Familie aschkenasischer Juden, die Auschwitz überlebt haben. Aya Cissoko hat ein außergewöhnliches und emotionales Buch geschrieben, das all denen heute eine Stimme verleiht, die von der Gesellschaft noch immer durch Diskriminierung und Ausgrenzung unsichtbar gemacht werden und oft zum Schweigen verdammt sind.
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Ma / Aya Cissoko. - [miejsce nieznane] : Verlag Das Wunderhorn : Legimi, 2017.
Forma i typ
Ma ist die berührende Geschichte von Mutter und Tochter, die, hin- und hergerissen zwischen Tradition und Modernität, Afrika und Europa, nach dem Eigenen suchen. Die Mutter, Massiré Dansira, kam im Alter von 15 Jahren aus Mali nach Frankreich. Nach dem Tod ihres Mannes kämpft sie als Alleinerziehende mit den Widrigkeiten des Lebens und vor allem der von Männern beherrschten Welt ihrer Stammesherkunft. Sie will aus ihren Kindern anständige und aufrechte Menschen machen: auf Bambara »danbé": Kampfgeist, Würde, Charakterstärke, Respekt vor Traditionen. Die Tochter lebt im ständigen Kampf mit ihrer Mutter. Sie wächst in Paris als modernes Mädchen auf und muss den Widerspruch zwischen den traditionellen Werten und Anforderungen ihrer familiären Herkunft und denen der französischen Gesellschaft bewältigen. Aus ihrem Kampf macht sie eine Profession: sie wird eine erfolgreiche Boxerin. Der Roman vermittelt einen Einblick in das Schicksal von Migranten aus Afrika, zeigt die alltäglichen Vorurteile und rassistischen Überheblichkeiten, mit denen sie konfrontiert sind.
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Zehn Tagen im Leben Südafrikas, verteilt über vier Jahrzehnte von 1970 bis 2010 in denen aus Südafrika ein anderes Land wurde. Ein Kaleidoskop südafrikanischer Wirklichkeiten, in dem sich fiktive Charaktere mit realen Personen mischen. Ein wichtiges Buch, das tiefe Einblicke darüber gibt, wie das Land am Kap sich von der Apartheid befreite.
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W koszyku
Nach den ethnischen Unruhen im Mai 1969 verlässt Ai Lian, eine junge chinesische Malaysierin, ihre Heimat. In München lernt sie den Engländer Michael Templeton kennen, der, ebenfalls in Malaysia, auf der Kautschukplantage seines Vaters aufgewachsen ist. Sie verlieben sich und wollen Weihnachten gemeinsam auf dem Anwesen von Michaels Vater verbringen. Bei ihrer Ankunft geschieht jedoch ein Mord, in dessen Aufklärung Ai Lian schnell verwickelt wird … Ein kunstvoll komponierter Kriminalroman – die Templeton-Kautschukplantage mitten im Dschungel dient dabei als Mikrokosmos, der die multikulturellen, multiethnischen und multireligiösen Probleme der ganzen Nation widerspiegelt.
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Reisen / Helon Habila. - [miejsce nieznane] : Verlag Das Wunderhorn : Legimi, 2020.
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Der Protagonist, in den USA lebender Akademiker aus Nigeria, zieht mit seiner amerikanischen Frau nach Berlin, als diese dort ein renommiertes Kunststipendium erhält. In Berlin trifft er auf afrikanische Immigranten, deren Schicksal und Fluchterlebnisse sein privilegiertes Leben in den USA in Frage stellen. Als er eine junge Frau aus Sambia in die Schweiz begleitet, wo sie die Todesumstände ihres Bruders klären will, steigt er auf der Rückreise nach Berlin ohne Papiere in den falschen Zug und landet in einem Flüchtlingslager am italienischen Mittelmeer … In seinem neuen Roman lässt Helon Habila aus miteinander verwobenen Geschichten ein Mosaik unterschiedlichster Erfahrungen afrikanischer Migranten und Reisender entstehen.
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W koszyku
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Es ist die stille Jahreszeit, tiempo muerto: Die Ernte ist eingefahren, die Landarbeiter ziehen von den Zuckerrohrplantagen ab und alle warten, ob die neuen Pflanzungen von der Dürre verschont bleiben. Erzählt wird die Geschichte eines mysteriösen Verschwindens aus zwei völlig unterschiedlichen Frauenperspektiven: Zum einen der von Racel, einer Hausangestellten aus Singapur, die von der fiktiven Insel Banwa auf den Philippinen stammt. Ihre Mutter betreute dort das Herrenhaus der reichen und mächtigen Familie Agalon ebenfalls als Hausangestellte. Als Racel erfährt, dass ihre Mutter seit einem Taifun, der Banwa und die umliegenden Inseln verwüstet hat, verschwunden ist, erhält sie zwei Wochen Urlaub, um nach ihr zu suchen. Die andere Perspektive stammt von Lia, die zur selben Zeit von Singapur nach Manila und von dort weiter nach Banwa reist. Sie ist die Tochter der Agalons und wurde von ihrer Familie in die Provinz verbannt, bis die Gerüchte über ihre Scheidung vom Sohn einer chinesischen Oligarchenfamilie und ihre Affäre mit einem Fitnesstrainer in Manila verstummen. Beide Frauen waren sich in ihrer Kindheit sehr nahe, Racels Mutter war Lias Kindermädchen. Die Klassenunterschiede ließen sie jedoch getrennte Wege gehen. Vorsichtig nähern sie sich bei ihrem Aufeinandertreffen auf Banwa wieder an und suchen gemeinsam nach Racels verschwundener Mutter. Hierbei tauchen sie auf ihre je eigene Weise immer wieder in die brutale Geschichte der Familie Agalon ein, die seit mehr als 200 Jahren die Insel beherrscht. Die Suche nach der verschwundenen Mutter wird letztendlich zur Suche nach einem selbstbestimmteren, gewaltfreieren Leben jenseits des Diktats von Klasse und gesellschaftlichen Zwängen. Am Ende fällt jede eine überraschende, radikale Entscheidung für ihre weitere Lebensführung. Zwei fein gezeichnete Frauenportraits kombiniert mit einem fast schon dokumentarischen Interesse an Landschaft, Kultur und Einrichtungen ergeben ein eindrucksvolles, sozialkritisches Gegenwartspanorama von Singapur, Manila und einem kleinen Provinzort. Spürbar treten die Spannungsverhältnisse hervor, die neben dem Erbe des Kolonialismus durch wachsende Bildungsmöglichkeiten und globale Migration auch abgelegenste Orte der Welt in Unruhe versetzen.
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W koszyku
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Sie zerstreuen, vervielfachen und verteilen sich auf verschiedenen Kontinenten, überall da, wo Konzerne rund um den Globus nach sicheren Orten suchen. Fünf Menschen aus verschiedenen Nationen, eine Krankenpflegerin, ein Kraftwerkarbeiter, ein Nuklearphysiker, eine Finanzberaterin und eine Linguistin gründen einen Orden und entwickeln Methoden, um das Wissen über die Gefahren des Atommülls verlässlich zu dokumentieren und von Generation zu Generation weiterzugeben. Die Vision: Kein Mensch soll durch die Strahlung eines Endlagers für nukleare Abfälle getötet werden. Ein Roman über eine uns und künftige Generationen bedrohende Materie – meisterhaft erzählt.
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Ein junger Mann reist 1886 durch Europa, tritt in Madrid mit liberalen Ideen hervor und wird daraufhin vor der Heimkehr nach Manila gewarnt: Er heißt José Rizal und wird einmal Nationalheld der Philippinen werden. In Heidelberg arbeitet er als Augenarzt, findet Fechtpartner, träumt von seiner Mutter und übersetzt Schillers Wilhelm Tell in seine Muttersprache Tagalog. Die Landschaft verschiebt sich: Auf einer tropischen Insel erheben sich die Alpen. Aus Protest gegen die Untaten Gesslers, gegen die Intriganz der katholischen Kirche werden diese Berge als Vulkane ausbrechen. Am Vierwaldstättermeer kämpfen eingeborene Bauern gegen fremde Vögte, gegen Arbeit in Knechtschaft. Rizals Aufenthalt in Deutschland wird zu einer Reise des Übersetzens. Die Fortbildung in Augenheilkunde an der Heidelberger Klinik, seine Begegnungen mit studentischen Burschenschaften, seine Gespräche mit Philologen in Berlin oder einem Pfarrer im Odenwald – all dies Neue und Fremde wird verglichen mit der Heimat. Worte müssen in Tagalog gefunden oder Analogien gebildet werden. Das Übersetzen wird auch zu einer Arbeit der Hoffnung, dass der Aufstand gegen die Kolonialherren kommt, und zur Entdeckung der Angst, dass Gewalt jede Ordnung vernichtet. Der historische José Rizal kehrt heim, der Aufstand findet statt und er wird 1896 in Manila wegen Anstiftung zur Rebellion und zum Verrat verurteilt und hingerichtet. Annette Hug erzählt die Geschichte dieser Übersetzung, in der eine neue Landschaft entsteht und sich Revolutionen verbinden. Das Nachwort der Neuauflage folgt den Spuren, auf denen sich Rizal und Tell erneut begegnen, und die Kunst des Übersetzens wird zum Lichtblick in einer atemlosen Zeit der Umbrüche. Das Buch wurde ausgezeichnet mit dem Schweizer Literaturpreis des Schweizer Bundesamtes für Kultur 2017.
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Dantala, der Protagonist des Romans, lebt mit anderen Kindern und Jugendlichen auf den Straßen von Bayan Layi, einer Kleinstadt im Norden Nigerias. Die Koranschule, auf die sein Vater ihn geschickt hat, hat er verlassen, um sich stattdessen einer Gang anzuschließen. Er stiehlt, um zu essen und raucht Gras. Nachdem er und andere Straßenkinder im Zuge eines Wahlkampfs beauftragt werden, die Zentrale der oppositionellen Partei in Brand zu stecken und dieses Unterfangen desaströs schiefgeht, muss er fliehen. In Sokoto findet er in einer Moschee Zuflucht, Essen und in Sheikh Jamal einen Imam, der durch seine charismatische Persönlichkeit schnell zu seinem Mentor wird. Mit seinem besten Freund Jibril teilt Dantala sich nicht nur ein Zimmer, sondern auch den Drang, der Komplexität der politischen und religiösen Ereignisse um ihn herum eine Sprache zu geben. Die erste Liebe, dunkle Geheimnisse und die Frage nach persönlicher Loyalität gehören zum Alltag. Es ist eine brutale Welt, in der junge Menschen Verbrechen im Namen von Ideologien verüben, die sie nicht verstehen. Nach einem Besuch im Dorf seiner Mutter kehrt Dantala über ihren gesundheitlichen Verfall schockiert zurück und gerät mitten in einen Machtkampfs um die religiöse Vorherrschaft in der Moschee. Plötzlich muss Dantala sich entscheiden: Welche Art von Moslem, und letztendlich, welche Art von Mann möchte er sein? Ein kraftvoller Bildungsroman, der das mediale Bild eines von Boko Haram dominierten Norden Nigerias herausfordert und uns in eine vielschichte Welt mitnimmt, in der wir trotz religiösem Fundamentalismus Freundschaft, Liebe und Brüderlichkeit finden.
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Anfang der 1980er Jahre in Montreal: Zwei arbeitslose schwarze Migranten hausen zusammen in einer versifften Einzimmerwohnung in der Rue St. Saint-Denis, mitten in der Altstadt. Der eine liegt auf der Couch, hört den ganzen Tag Jazz, liest im Koran und zitiert Freud. Der andere schreibt auf dem ihm einzig wichtigen Besitz, seiner Remington 22 . Das nächtliche Klappern der Tastatur weckt die Neugier der weißen Studentinnen der angesehenen McGill-Universität und die bildungshungrigen Bürgertöchter werden zu Dauergästen in der Bude der Habenichtse. Für die beiden Freunde sind sie alle eine »Miz«. Miz Literatur, Miz Snob, Miz Sophisticated Lady, Miz Suizid … und aus dem Versuch, sich einen Reim darauf zu machen - unter Befragung der literarischen Tradition jeglicher Couleur -, wächst der Roman in einer souveränen, gewitzten Sprache, wird aus dem exotischen Lover ein Autor.
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Er hat den Auftrag eine große Reportage über Nordamerika zu schreiben. Der erste Schwarze Schriftsteller, der Amerika von einem Ende zum anderen bereist, ein Roadtrip nach dem Vorbild von Jack Kerouac, mit Walt Whitman als Reisegefährten. Er notiert alles, was er erlebt: im Zug nach Vancouver, im Bus in den Süden, in einem vegetarischen Restaurant in San Francisco, einem Taxi vor einem Nachtclub in Manhattan. Er trifft sich mit Filmgrößen wie Spike Lee, dem Rapper Ice Cube, schreibt über den Musiker Miles Davis, den Maler Jean-Michel Basquiat. Er durchleuchtet die amerikanische Gesellschaft in all ihren Kontrasten und verzehrenden Mythologien, wobei sein Blick sich auch auf die Gesichter richtet, die wie ein Cocktail aus explosiver Gewalt und Sex das Land prägen: Martin Luther King und Norman Mailer, Spike Lee und Calvin Klein, James Baldwin und Madonna, Truman Capote und Naomi Campbell. Der Roman zeichnet zugleich das Porträt eines jungen, kultur- und freiheitsliebenden Schriftstellers, inmitten eines Amerika, das seine großen Versprechen nicht immer hält.
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Es ist erstmal nur ein Titel: "Ich bin ein japanischer Schriftsteller". Er hat nicht vor, das Buch zu schreiben, doch der Titel will ihn einfach nicht loslassen. Schließlich ist er besessen von der Idee, ein japanischer Schriftsteller zu werden. In den Fußstapfen des Dichters Bashô begibt er sich auf die Suche nach authentischen japanischen Erfahrungen und sieht sich in einen Mordfall in der Clique um die japanische Sängerin Midori verwickelt. Über ein Interview wird das japanische Konsulat auf ihn aufmerksam. Dass ein Ausländer, noch dazu ein Schwarzer, behauptet ein japanischer Schriftsteller zu sein, verstört die nationale Befindlichkeit in Japan. Das japanische Konsulat in Montreal wird auf ihn angesetzt. Ein Buch, das er noch nicht geschrieben hat, macht ihn in Japan berühmt, bei der japanischen Jugend zur neuen Kultfigur … Ein teuflisch intelligenter, wunderbar sinnlicher und unwiderstehlich humorvoller Roman, mit dem Dany Laferrière, scheinbar unberührt von gängigen Klischees, eine nachdenklich stimmende Antwort auf die uns alle beschäftigenden Fragen gelingt: worin wir Menschen uns ähneln und worin wir uns unterscheiden, wer und was über unsere Identität und Zugehörigkeit bestimmt.
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Das Licht von Marrakesch, dessen französische Vorlage im Frühjahr 2026 gleichzeitig in Frankreich erscheint, enthält eine Auswahl der von Abdelwahab Meddeb zwischen 1968 bis Ende der 1990er Jahre verfassten Carnets de Marrakech, Reisenotizen, die er von seinen wiederholten Aufenthalten in Marrakesch machte, in Gestalt kurzer Prosatexte, tagebuchartiger Skizzen seiner Begegnungen, Eindrücke und Erlebnisse. Der Band lädt ein, ihm auf seinen Spaziergängen und Erkundungen durch die pulsierenden Straßen und heiligen Orte dieser lebendigen Stadt im Herzen Marokkos zu folgen. Sein kritischer, wachsamer Blick gilt auch den Veränderungen, die diese »Rote Stadt« in diesen drei entscheidenden Jahrzehnten erfahren hat. Mit dem ihm eigentümlichen Stil aus scharfsinniger Beobachtung und poetischer Prosa beschreibt er Landschaften, Tiere – vor allem die Vögel haben es ihm angetan –, Architektur und Monumente, enthüllt Marrakesch zugleich als historischen Knotenpunkt, an dem verschiedene Bevölkerungsgruppen – jüdische und muslimische Gemeinschaften, unterschiedliche soziale Schichten, Sufi-Mystiker und Händler – einen einzigartigen, vielschichtigen Stadtraum geschaffen haben. Seine sinnlichen und körperlichen Wahrnehmungen fangen die Klänge, Düfte und Anblicke Marrakeschs ein, vermitteln ein kunstvolles Mosaik von dieser Stadt voller Leben und Farbenpracht. Mit seinem profunden Wissen interpretiert er darüber hinaus religiöse Symbole, Praktiken und Spiritualität dieser Stadt, wobei seine besondere Aufmerksamkeit dem Sufismus und den mit diesem verbundenen heiligen Stätten gilt. Mehr als nur ein Reiseführer, ein meisterhaftes poetisches Zeitdokument, ein Buch für alle, die diese meistbesuchte Stadt Marokkos und Marokko bereits kennen oder kennenlernen wollen.
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1929 veröffentlichte der jiddisch-russische Schriftsteller Der Nister seine letzte Sammlung symbolistischer Erzählungen, »Fun mayne Giter« (Von meinen Besitztümern), die zwischen 1923 und 1929 geschrieben wurden, in einer der kritischsten und instabilsten Perioden sowohl in Westeuropa als auch in der neu gegründeten Sowjetunion. Kurz danach wurde er wegen seines idiosynkratischen, symbolistischen Stils von sowjetischen Literaturkritikern scharf angegriffen, und ihm wurde für ein Jahrzehnt jede Veröffentlichungsmöglichkeit verwehrt. Das Aufeinanderprallen seiner elitären, beinahe religiösen Auffassung von Literatur mit der alltäglichen, rauen Realität des Literaturmarktes in der jungen Sowjetunion, zeichnet das Schaffen Des Nisters in den 1920iger Jahren aus. Im Mittelpunkt seiner damals heftig kritisierten Erzählung »Unterm Zaun« setzt er sich u.a. mit diesem Thema auseinander. Nisters Erzählung »Von meinen« Besitztümern wiederum ist die Auseinandersetzung mit einer gewalttätigen, unausweichbaren Macht, die das Individuum bedroht und ihm seine nackte Existenz abspricht, und somit eine erschütternde und nicht allzu verschlüsselte Anklage gegen den sowjetischen Staat. Doch finden sich auch unerwartete Themen in dieser Sammlung von Erzählungen, wie z.B. die leichtfüßige, märchenhafte Stimmung in der Geschichte vom »Grünen Mann«, die die emphatische Sensibilität des Autors für die Natur und ihre Kreaturen offenbart. Zum ersten Mal aus dem Jiddischen übersetzt, stellt »Von meinen Besitztümern« einen Höhepunkt im literarischen Schaffen des Nisters, der zweifellos einer der großen Protagonisten der jiddisch-russischen modernen Literatur ist, dar. Sein eigenartiger Stil bündelt archaische Formen der jüdischen literarischen Tradition mit den hypnotischen Rhythmen der Russischen Symbolisten und einer kafkaesken Modernität.
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Ein mutiges, freches Portrait der jüngeren Generation im heutigen Südafrika. Lindanathi ist HIV positiv. Auf einem der neuen HIV- und Drogenberatungstreffen lernt er Cecilia und Ruan kennen. Die drei werden ein unzertrennliches Team, dealen mit illegalen Pharmaka und dröhnen sich auf ihren Streifzügen durch Kapstadt voll mit allem, was sie in die Finger bekommen. Lindanathi, persönlich verstrickt in den Tod seines jüngeren Bruders, hat der Familie den Rücken gekehrt, bis er eines Tages eine SMS erhält, die ihn an ein vor Jahren gegebenes Versprechen erinnert ... Als ein rätselhafter, maskierter Mann in ihr Leben tritt, steht Lindanathi vor der Entscheidung, sein Leben in Kapstadt fortzusetzen oder zu seiner Familie zurückzukehren ...
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W koszyku
Forma i typ
Gelächter, Löffelklappern und Geschmatze dringen hinaus auf die Straße, Musik und Schüsse. Stimmen sind zu hören, die von Ndozo und Fanti und all den anderen Waisen, Witwen und Verwandten, die unter dem Dach des Großvaters Zuflucht gesucht und Arbeit gefunden haben. Es ist ein Haus, das in E.C. Osondus Romandebüt zur Hauptfigur avanciert, das zum Schauplatz wird und zum Symbol für das Vergehen der Zeit - aber alles andere als ein gewöhnliches. Begehbar wie separate Zimmer werden die einzelnen Schicksale seiner Bewohner und durch sie das Panorama eines Arbeiterviertels mit seinen Routinen und Bräuchen in einer namenlosen afrikanischen Großstadt aufgerollt. Es wird gehandelt und gefeilscht, gestritten und gekreischt, geheiratet und geliebt. Lebhaft geht es zu, zuweilen überschlagen sich die Ereignisse, doch durch die kindlich wache Erzählstimme bekommen auch Kindstötung, Totschlag und Diebstahl unverstellt ihren Platz, und die sich zahlreich zu Wort meldenden, aber namenlos bleibenden Nachbarn und Anwohner übernehmen die vermittelnde Rolle des Chors in der griechischen Tragödie.Voller Humor und traditionellem Liedgut, sowie Mythen, Fabelwesen und Magie atmet der Roman eine große Lebendigkeit.
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"… Europa hat eine Macht erlangt, die in der Geschichte unvergleichlich ist: die vielen Hauptstädte, die Vielzahl und die Schnelligkeit seiner Expeditionen, der öffentliche und der private Verkehr haben es zu einer großen Republik werden lassen …" Der Satz stammt nicht etwa aus einer Werbebroschüre zur Europawahl, sondern von Antoine de Rivarol (1753-1801) und aus dem Jahr 1783. Allerdings mit dem Zusatz: "… die sich für eine Sprache entscheiden muss" – schließlich spricht er von der weltweiten Gültigkeit der französischen Sprache. Das Thema war übrigens von der Berliner Akademie in ihrer Ausschreibung für den Wettbewerb von 1783 so vorgegeben. Rivarol gewann damals den ersten Preis und wurde mit einem Schlag europaweit berühmt. In Frankreich steht die Rede bis heute auf den Lehrplänen, jetzt erscheint sie erstmals in deutscher Sprache, denn auch die Berliner Akademie verhandelte damals auf Französisch. Diese Preisrede ist noch heute nicht nur hochaktuell durch ihre treffenden Beschreibungen der verschiedenen europäischen Kulturen und ihrer Sprachen, sie verbirgt ihre polemische Vehemenz hinter einem mitreißenden Humor, ist elegant und flüssig geschrieben und bietet damit einen großen Lesegenuss.
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In einer nahen Zukunft: Sascha sitzt allein in einer Boutique. Seine Freund*innen haben ihn dort eingeschlossen, denn er soll ein Verbrechen begangen haben, über das sie Rechenschaft fordern. Vor geraumer Zeit hatten sie Neuzugang in ihrem Freundeskreis. Der Android Charly lebte als "Testlauf" bei Saschas Freund Jan und verhalf diesem zu finanzieller Sorglosigkeit. Er brachte sich zunächst mit neuen Ideen für Unternehmungen ins Spiel, wirkte überraschend zugänglich und wurde von allen gemocht. Nur Sascha blieb skeptisch und traute Charly, "der ja kein Mensch war", nicht. Es war weniger dessen technische Physis, die Unbehagen auslöste, als das Aufzeigen und Vertiefen gesellschaftlicher Zwischenräume und Abgründe, die sich im Freundeskreis reproduzieren. Die Leser*innen wissen von Anfang an, dass das Ganze schlimm enden wird, doch was passierte dann eigentlich? Wie kam es zu der Eskalation? Und welche Rolle spielte Sascha in all dem? Erzählerisch um permanente Gegenwart bemüht, schreibt er "jetzt gerade" eine Rückschau, die nicht nur die Ereignisse der jüngsten Vergangenheit rekapituliert, sondern auch die eigene Kindheit erinnert. Ein Gesamtbild entsteht durch Schilderungen der prekären Situation mit seiner Frau Elodie und den Kindern und des von unterschiedlichen sozialen Herkünften geprägten Freundeskreises. Sebastian Schmidts Debütroman »Powerschaum« ist Science-, mehr aber noch Social-Fiction: Sascha erzählt von seiner Arbeit in einem Supermarkt für exquisite Lebensmittel und versucht sich selbst als Autor in verschiedenen Zeitschriften. Literatur und Emails sind seine Möglichkeit, über die Wirrnisse klassistischer und habitueller Prägungen zu sprechen. Der Text wird so auch zu einem Nachdenken über die Möglichkeiten und Bedingungen des Schreibens in der digitalen Zeit. Einmal mehr lässt sich durch die Projektion in die Zukunft unsere Gegenwart in einem anderen Licht betrachten. Mit dem Androiden als Brennspiegel verhandelt der Roman die Schwierigkeiten sozialer Mobilität, zu der wir in unserem kapitalistisch geprägten Lebensalltag dauerhaft aufgefordert sind. Das Uncanny Valley wird zum sozialen Gefühl, Bourdieus feine Unterschiede präsentieren sich als beißende Erfahrbarkeit im literarischen Kosmos.
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