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Biblioteka Austriacka
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Fröhlich Anna Katharina
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2020 - 2026
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1980 - 1989
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Time Period of Creation
1901-2000
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Country
Poland
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Germany
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Language
Polish
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German
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Demographic Group
Literatura austriacka
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Subject
Poezja austriacka - 20 w.
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Listy austriackie - 20 w.
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Genre/Form
Opowiadania i nowele
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Biblioteka Austriacka
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Biblioteka Austriacka
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Von Juli bis September 1920 begleitete der fünfundzwanzigjährige Isaak Babel die legendäre 1. Kavalleriedivision der Roten Armee als Korrespondent an die Südwestfront des Russisch-Polnischen Krieges. Babel begab sich freiwillig auf den Kriegerpfad, nachdem sein Mentor Maxim Gorki ihm geraten hatte, »unter die Leute zu gehen«, um mehr Lebenserfahrung zu sammeln. Selbst ein Anhänger der Revolution, ritt er mit den Kosaken nach Galizien und lieferte für die Zeitung Roter Kavallerist Propagandaberichte über die Kriegserfolge. Gleichzeitig führte er ein Tagebuch, in dem er sein zunehmendes Entsetzen über das wahre Gesicht des Krieges festhielt. In intimen Momentaufnahmen zeigt Babel schmutzige, misshandelte wolhynische Bauern und ausgeplünderte, verfolgte Juden; syphilitische russische Soldaten und entwürdigte Gefangene; wilde, singende Kosaken und geschundene Mädchen; abgestochene Kühe, erschossene Pferde, ausgeräucherte Bienenstöcke. Schonungslos notiert Babel, was für ihn ein doppeltes Grauen gewesen sein muss, war der Ritt in das größte jüdische Siedlungsgebiet des Ostens für ihn doch zugleich eine Heimkehr zu den Vätern – und er kam nicht mit Rettern, sondern mit Zerstörern: »Wie wir die Freiheit bringen – schrecklich.« Isaak Babels Tagebuch 1920 ist Zeugnis eines Krieges, der, obwohl sein Ausgang das Schicksal Europas entscheidend prägen sollte, in westlichen Geschichtsbüchern nur mehr als Fußnote behandelt wird. Heute hallt sein Echo lauter wider denn je.
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Balzacs Essay zur Theorie des Gehens, erstmals 1833 publiziert, zählt zu den bis heute kaum bekannten Schlüsseltexten seines Hauptwerks Die menschliche Komödie. In diesem formal einzigartigen und originellen Text bestimmt der junge Erfolgsautor seinen historisch-anthropologischen Zugriff auf die Gesellschaft seiner Epoche, als deren »Sekretär« er sich hier erstmals bezeichnet. Ausgehend von Beobachtungen an Spaziergängern auf den Pariser Boulevards, entwirft er ein »Gesetzbuch der Gangarten«, dessen Axiome zielsicher vom äußeren auf das innere Leben schließen. Die Gangart eines Menschen gilt als »Physiognomie des Körpers«, die das »Denken im Vollzug« und mit ihm alle menschlichen Tugenden und Laster, Arbeitsgewohnheiten und Krankheiten enthüllt. Auf zugleich unterhaltsame und gelehrte Weise verknüpft Balzac in seinem Essay die Demonstration seiner Methode mit wissenschaftlichen und philosophischen Reflexionen zur Praxis des Beobachtens und der Lage der Humanwissenschaften im Allgemeinen.
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Die französische Schriftstellerin Banine lernte Ernst Jünger im besetzten Paris kennen und verliebte sich unsterblich in ihn. Auch Jünger fühlte sich zu ihr hingezogen, hatte jedoch eine Frau und zwei Söhne und wahrte seinen Abstand. Über diese meist unerwiderte Liebe, die sie ihr ganzes Leben verfolgte, führte Banine ein Tagebuch, das erst jetzt an die Öffentlichkeit gelangte. In diesen Aufzeichnungen beschreibt sie Ernst Jünger aus nächster Nähe und bringt viele seiner Eigenheiten ans Licht, die bis heute im Dunkeln lagen. Sie enthüllt Jüngers Verhältnis zum französischen Widerstand sowie zu dem umstrittenen Autor Louis-Ferdinand Céline, sie beleuchtet seine kritische Haltung gegenüber den Nationalsozialisten und gibt Einblick in das Leben, dem Jüngers Literatur entsprang: So ist Banines detaillierte Darstellung der gemeinsam an der Côte d'Azur verbrachten Tage die biografische Folie, vor der Jüngers Reiseessay Ein Vormittag in Antibes gelesen werden muss. Doch Liebe ist Dir verboten ist nicht nur ein unschätzbar wertvolles Dokument für die Jünger-Forschung – eseröffnet uns auch die reiche Gefühlswelt einer Autorin, die es in Deutschland erst noch richtig zu ent- decken gilt.
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1953, im deutschen Wirtschaftswunderland: Eine junge Frau aus Ludwigshafen steht mit ihrem gerade angetrauten Ehemann an der Reling des Überseedampfers, der sie von Hamburg nach Kolumbien bringen wird. Ihn erwartet in der Andenstadt Tunja seine erste Anstellung als Geologe, sie sieht so freudig wie besorgt ihrer ungewissen Zukunft als »Auswanderer auf Zeit« entgegen – getrennt von der behütenden großen Familie im gläubigen Elternhaus, das Musikstudium geopfert und unvertraut mit der kolumbianischen Kultur und Geschichte. In Tunja sind sie konfrontiert mit den häufig kolonialen Attitüden der Auslandsdeutschen, die die Vergangenheit zumeist beschweigen. Während ihr Mann im Gelände forscht, ist die junge Deutsche mit der mühevollen Einrichtung ihres neuen Zuhauses beschäftigt und findet Anschluss als Kammermusikerin. Das »Band zur Heimat« pflegt sie in ihren Briefen auf Luftpostpapier, aus denen Sehnsucht und Selbstbehauptung sprechen: gesammelt in zwölf Ordnern. Mit diesen Dokumenten, Erzählungsfetzen und Fotoalben sowie auf einer Reise zusammen mit zweien ihrer Kinder nach Tunja folgt die Erzählerin gut siebzig Jahre später den Spuren der Eltern und Großeltern. Ein so akribisch wie aufrichtig gestalteter literarischer Dialog zwischen den Generationen.
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Martha Oberons Sommernachtstraum soll mehr als eine Nacht währen: Drei Monate will die junge Zeichnerin aus London in der italienischen Stadt N. verbringen, um an der Akademie der Schönen Künste das Malen in Öl zu lernen. Eines Abends trifft sie auf Salvatore Spinelli, einen ungreifbaren Luftgeist und Nachkommen jener wunderbaren Familie der Taugenichtse, die zu leben verstehen und viel Zeit für das Lesen und Schauen haben. Er nimmt Martha mit auf eine Reise nach Sizilien, wo beide nahe Palermo in das Getriebe des mondänen Haushalts ihrer französischen Gastgeber Madame und Monsieur Tabarin geraten. Sie eine »Luxusasketin«, er ein Gentleman von gelassener Vornehmheit, der dunklen Geschäften nachgeht. Der Geist des Geldes umweht die Sommervilla, und unten in der Bucht ankert ihre Yacht, die Devil's Kiss, gehütet von dem Butler Balthasar – ein Mann von bösem Zauber, der Martha auf fatale Weise anzieht. Im Atelier von Mrs. Moore, nicht weit von den Tabarins, steht Martha Modell und erlernt das Malen mit Ölfarben. Es öffnen sich ihr die Türen zum Geheimnis einer Kunst, die abseits vom Zeitgeist in jenes Paradies zu führen scheint, in dem wir uns alle schon befinden, es aber nicht wissen wollen. Mit scharfem, dennoch liebevollem Blick und mit ihrer verschwenderischen und eleganten Erzähllust führt Anna Katharina Fröhlich uns nicht nur in die absurde Welt der Tabarins, sondern auch in das psychische Universum von Menschen, die Platon als »gefährliche Künstler« bezeichnet hätte.
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Er, Roberto Calasso, ist der Mailänder Verleger, der Autoren aus aller Welt im von ihm geführten Adelphi Verlag versammelt, und zudem ein scharfsinnig gelehrter und sprachlich eleganter Autor. Sie, Anna Katharina Fröhlich, zieht von Frankfurt nach Mornaga am Gardasee und befindet sich als junge, abenteuerliche Frau zwischen Büchern und ihrem Garten auf dem Weg zur erfolgreichen Schriftstellerin. Zum ersten Mal begegnen sich die beiden im Oktober 1995 auf der Frankfurter Buchmesse. »Eine Liebesgeschichte unter dem Stern des Reisens« beginnt – und ein Bund mitBüchern. Knapp dreißig Jahre später blickt Anna Katharina Fröhlich zurück und erzählt von der Verbindung zweier Menschen, die gemeinsam den Mut hatten, sich auf ein ganz und gar unkonventionelles Abenteuer einzulassen, das Geist und Leben zu vereinen versprach – und bis 2021 andauerte, dem Todesjahr von Roberto Calasso, der auf der venezianischen Toteninsel San Michele neben seinem besten Freund, dem Dichter Joseph Brodsky, sein Grab fand. Anna Katharina Fröhlichs erinnerndes Erzählen ist frivol und diskret zugleich, humorvoll und intim, vor allem aber gedankenreich. Es zeichnet aufs Lebendigste das Porträt eines Menschen und den Kern im umfangreichen Œuvre eines Schriftstellers nach, der sich die Freiheit nahm, alle Konventionen des Literatur- und Wissenschaftsbetriebes zu ignorieren.
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Millay Hyatt begibt sich auf eine Reise ins Ungewisse: Von Berlin zieht sie zu Fuß los in Richtung Osten, um den Linien zwischen Hauptstadt und Provinz, zwischen Fremden und Freunden, zwischen Geschichte und Gegenwart nachzuspüren. Ohne Smartphone, aber mit Fontane im Rucksack, lässt sie sich von Tür zu Tür weiterempfehlen – von linken Hausprojekten über Stadtflucht-WGs bis zu pensionierten Bürgermeisterinnen und Zigarettenverkäufern auf dem Polenmarkt. Sie steht vor verschlossenen Hofläden und den offenen Armen ihrer Gastgeber, die selten mehr als einen Tag im Voraus feststehen, jeder Tag eine Improvisation und ein Experiment. Sie läuft durch sonnendurchflutete Wälder, verirrt sich in verlassenen Landschaften, wird von einem Forstarbeiter gerettet, übernachtet in mittelalterlichen Türmen und bestaunt die Brüche und Schönheiten der brandenburgischen und westpommerschen Provinz. Wie viele Tage muss ich gehen ist ein literarischer Reiseessay über Gastfreundschaft und Fremdsein, über Stadt und Land, Grenzen und Übergänge. Millay Hyatt verwebt persönliche Erfahrungen mit philosophischen Reflexionen, die Geschichte mit aktuellen Konflikten. So entsteht ein vielschichtiges Buch über die Freude, bei Fremden willkommen zu sein – und eine Einladung, sich vor der eigenen Haustür auf Abenteuerreise zu begeben.
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Der Legende nach soll der seinerzeit weltberühmte Torero Juan Belmonte eines Tages in Chaves Nogales' Büro getreten sein, um ihn, den brillantesten Journalisten seiner Zeit, zu bitten, seine Biografie zu schreiben. Chaves Nogales aber hatte noch nie einen Stierkampf gesehen – und würde auch keinen anschauen. Was ihm dann mit dem vorliegenden Buch – der fiktiven Autobiografie des Stiertöters – gelang, ist ein literarisches Husarenstück im Stile James Boswells Dr. Samuel Johnson. Leben und Meinungen. Das Buch war gleich nach Erscheinen so erfolgreich, dass der wahre Autor dahinter für lange Zeit in Vergessenheit geriet. Nogales, der als einer der letzten großen Liberalen auf den Todeslisten der Faschisten wie der Kommunisten stand, überschritt damit alle Genregrenzen und schuf das vielleicht bedeutendste Buch über den Stierkampf. Die Biografie des Stiertöters Juan Belmonte enthält neben der bunten Schilderung seiner Heldentaten einen glänzenden Essay über den Stierkampf, den Nogales seinem Belmonte unterschob und in dem er mit Begeisterung und Abscheu all unsere banalen Irrtümer über den inzwischen historisch geworden Stierkampf ausräumt.
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Palermo, 1930er-Jahre. Ein grausamer, akribisch geplanter Dreifachmord. Der Täter, ein entlassener Büroangestellter auf Rachefeldzug, ist geständig. Die Opfer: sein ehemaliger Vorgesetzter, ein hochgeschätzter Parteifunktionär; ein Buchhalter, sein Nachfolger; die eigene Ehefrau. Nach Wiedereinführung der Todesstrafe scheint die Gesetzeslage eindeutig. Für »totale Sicherheit« sorgt auch die Regimepropaganda mit der Behauptung, es habe gar keinen Mord gegeben. Tagelang sind die pompösen Bestattungsfeiern das Thema. Der Mordfall kommt vors Schwurgericht in Palermo, wo sich die Türen nur durch »Freundschaften« öffnen, und trifft dort auf den »kleinen« Richter. Für ihn ist die Ablehnung der Todesstrafe nicht nur ein unumstößliches Prinzip, sondern ein »Akt des Glaubens«: Allein mit seinem Gewissen zieht er gegen die Übermacht des Staates und seine unmenschlichen Gesetze ins Feld, wissend, dass er sich in seinem Urteil »der dunkelsten, der verborgensten, eben der hässlichsten Seite seiner selbst stellen muss«; ebenso, dass er damit seine Karriere verspielt. Mit geschliffen ironischer Sprache schildert Sciascia die menschliche Verkommenheit inmitten sizilianischer Lebenswelten und legt im Dialog mit der Weltliteratur den großen Betrug des faschistischen Systems offen – quasi als Alter Ego des »kleinen« Richters, der sich in moralischer Übergröße sein gänzlich irrationales Vertrauen in die Menschlichkeit bewahrt. Ein Buch wie ein Vermächtnis.
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